In Abterode jüdische Trauer- und Bestattungskultur entdecken

Etwa 40 Personen nahmen an der zweiten Führung über den jüdischen Friedhof in Abterode teil. Er ist mit 493 erhaltenen Grabstätten einer der ältesten und größten in Nordhessen. Laura Wallmann und Martin Arnold vom Verein der Freundinnen und Freunde jüdischen Lebens erläuterten die Veränderungen in der jüdischen Trauer- und Bestattungskultur vom 17. bis zum 20. Jahrhundert. Als erste wurde Rechle, die Frau des Kalonymus, im Jahr 1659 auf dem neu angelegten jüdischen Friedhof Abterode beerdigt. Mit der Bestattung von Salli Stern im Jahr 1938 endete eigentlich die Geschichte der jüdischen Gemeinden Abterode und Frankershausen. Wer konnte, floh aus der Nazi-Diktatur ins Ausland. Wer nicht konnte oder wollte, wurde 1941 in das Ghetto nach Riga deportiert. Im Jahr 1941 sollte der Friedhof aufgelöst und das Gelände einer wirtschaftlichen Nutzung zugeführt werden. Dazu kam es jedoch nicht, weil die Nazi-Herrschaft 1945 endete.

Die Männer trugen bei der Führung eine Kopfbedeckung, wie es der jüdischen Kultur entspricht. Martin Arnold las das „Kaddisch“, das wichtigste jüdische Trauergebet. Fast alle stimmten ein und antworteten mit „Amen“.

Diese Webseite verwendet keine Cookies. Hier erfahren Sie alles zum Datenschutz