Hessisch Lichtenau setzt Zeichen der Erinnerung und des Respekts
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Mit einer beeindruckenden Feier hat die Stadt Hessisch Lichtenau in der Heinrichstraße 20 einen „Blanka-Pudler-Platz“ eingeweiht. Er erinnert an eine ungarische Jüdin, die als 15-jährige dort Zwangsarbeit in der Munitionsfabrik Hirschhagen leisten musste. Blanka Pudler steht stellvertretend für etwa 1000 ungarische Jüdinnen, die unter gefährlichen Bedingungen Sprengstoff herstellen mussten. Doch sie überlebte den Holocaust. Und als Zeitzeugin teilte sie bis zu ihrem Tod im Jahr 2017 ihre Erlebnisse vor allem mit Schulklassen und trug maßgeblich zur Aufarbeitung dieser Geschichte bei.
An der gut besuchten Feier nahmen auch die Tochter und weitere Angehörige von Blanka Pudler teil, die dafür aus Ungarn angereist waren. Bürgermeister Dirk Oetzel rief die mehr als 200 Anwesenden dazu auf, gerade heute für Demokratie, Menschenrechte und Menschenwürde zu kämpfen. Dr. Dieter Vaupel, der mit Blanka Pudler in engem Kontakt stand, hob hervor, dass sie bei ihrer Rückkehr nach Hessisch Lichtenau nicht anklagte, sondern die Hand zur Versöhnung reichte. Rafaella Perissinotto legte im Namen der Freundinnen und Freunde jüdischen Lebens im Werra-Meißner-Kreis einen Blumenstrauß am Gedenkstein nieder.

Bürgermeister Dirk Oetzel begrüßte viele Gäste

Die Rede von Dr. Dieter Vaupel im Wortlaut finden Sie hier: Redebeitrag Dr. Dieter Vaupel 29.03.25
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Auf Einladung der Freundinnen und Freunde jüdischen Lebens im Werra-Meißner-Kreis sprach Rabbiner Prof. Joseph Edelheit (Rio de Janeiro) über jüdische Perspektiven auf den Nahost-Konflikt. Dabei stellte er den Überfall der palästinensischen Terrororganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 in den Mittelpunkt: „Das hat meine jüdische Seele und auch mein rabbinisches Denken verändert.“ Der Hamas gehe es nicht nur um die Vernichtung des Staates Israel, sondern letztlich um die Vernichtung von Jüdinnen und Juden weltweit. „Es ist für uns eine Frage des Überlebens“, so Edelheit. Einen Weg zum Frieden könne es nur geben, wenn sich die Palästinenser von der Hamas trennten. Es gebe verschiedene politische Lager in Israel und in der jüdischen Community, aber darin seien sich alle einig. Er dankte dem Verein für sein Engagement gegen Antisemitismus und für die Erhaltung der Synagoge in Harmuthsachsen. An der Veranstaltung, die in der Synagoge Abterode und zugleich online stattfand, nahmen insgesamt 24 Personen teil. Dr. Martin Arnold dankte Luca Siepmann (Oxford) für die Übersetzung und Thomas Bartscher für die Überwachung der Technik. Er wünschte allen, die teilgenommen haben, „Schalom und Salam“.



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