Erstes Synagogenkonzert in Harmuthsachsen
Hinterlassen Sie ein Kommentar
Nach nur 15 Monaten sind die Erhaltungsarbeiten an der Synagoge soweit fortgeschritten, dass dort Konzerte stattfinden können. Ursel Schlicht (Kassel) am Keyboard und Robert Dick (New York) an vielen unterschiedlichen Flöten machten den Anfang. Sie nahmen das zahlreich erschienene Publikum mit auf eine interkulturelle Klangreise. Zum Auftakt trug Robert Dick seine Interpretation des „Kol nidre“ vor, eines jüdischen Gebetes, das am Vorabend des Versöhnungstages „Jom Kippur“ gesprochen wird. In der Folge entwickelte sich ein intensiver musikalischer Dialog zwischen Dick und Schlicht, der emotional berührte und unter die Haut ging. Im Anschluss konnte man bei Getränken noch in und vor der Synagoge miteinander plaudern. Bernd Helbach von den Freundinnen und Freunden jüdischen Lebens war begeistert: „So haben wir uns die Nutzung der Synagoge vorgestellt.“ Der Verein freut sich darauf, in Zukunft weitere Konzerte, Lesungen und Begegnungen in der Synagoge auszurichten. 
Sie leben heute in New York. Doch ihre Vorfahren kamen aus Nesselröden, Herleshausen und Eschwege. Auf der Suche nach den Spuren ihrer Vorfahren besuchten sie auch den Lern- und Gedenkort in der Synagoge Abterode. Dr. Martin Arnold führte sie durch die Geschichte dieser altehrwürdigen und bedeutenden jüdischen Gemeinde im Meißnervorland. Dabei konnte er auch mit Neuigkeiten aufwarten. Den Bau der besonders prächtigen Abteröder Synagoge im Jahr 1871 finanzierte Caroline Plaut geborene Blach, die Witwe des Bankiers Herz Cusel Plaut. Sie war in Abterode geboren und wollte im vorgerückten Alter ihrer Heimatgemeinde etwas Gutes tun. Die Gäste, die von Helmut Schmidt und Dr. Gernot Gerlach begleitet wurden, waren erschüttert über das Ende der Gemeinde in der Zeit des Nationalsozialismus, aber auch beeindruckt von der Erinnerungsarbeit, die heute geleistet wird.





Generationsübergreifend hatten sich zwei Gemeindegruppen der Evangelischen Kirchengemeinde Ulfen auf den Weg nach Harmuthsachsen gemacht. Organisiert vom „Männertreff“ waren zwölf Männer der Einladung zu dem Ausflug gefolgt. Die Konfirmanadengruppe unter Leitung von Pfarrerin Rita Reinhardt hatte sich angeschlossen.
Bedenklich schief stand ein Schornstein auf dem sogenannten „Lehrerhaus“ an der Synagoge Harmuthsachsen. Um ein Umstürzen in Nachbars Garten zu verhindern, wurde er nun in einem ganztägigen Arbeitseinsatz zurückgebaut. Der gelernte Zimmermann Bernd Lautenbach öffnete das Dach, nahm die Ziegelsteine ab und reichte sie weiter an Klaus Kühnemuth und Arnold Baier. Die Ziegelsteine lagen nur noch sehr locker aufeinander. „Die hätten bei stürmischem Wetter umstürzen können“, sagte der Vereinsvorsitzende Martin Arnold. Bei sonnigem Wetter konnte die Dachöffnung am Nachmittag wieder geschlossen werden. Ein Kamerateam vom Hessischen Rundfunk, das am selben Tag in Harmuthsachsen war, um über die Fortschritte bei der Erhaltung der Synagoge zu berichten, schaute den Freiwilligen über die Schulter. Der Bericht wird demnächst in der „Hessenschau“ zu sehen sein.



Neueste Kommentare