Archiv: Sep. 2025

  1. Gedenkzeichen für die Opfer der Schoah

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    In der Synagoge Harmuthsachsen gibt es jetzt auch ein Gedenkzeichen für die Opfer der Shoah. Es wurde von der Kasseler Künstlerin Ruth Lahrmann gestaltet. Es besteht aus 34 „Davidsternen“, in welche die Namen der Harmuthsächser Jüdinnen und Juden, die Opfer des Nationalsozialismus wurden, mit einem Laser ausgeschnitten und ausgebrannt sind. Die einzelnen Sterne wiederum wurden so zusammengefügt und miteinander verbunden, dass sie wie eine Art „Baldachin“ die Sitzplätze in der Synagoge überwölben.

    Der „Davidstern“ (im Hebräischen heißt er „Magen David“, Schild Davids) ist ein wichtiges Symbol des Judentums, ein zentrales Zeichen jüdischer Identität, Spiritualität und Geschichte. Im Nationalsozialismus wurde der Davidstern als „Judenstern“ missbraucht, indem Juden gezwungen wurden, einen gelben Stern mit der Aufschrift „Jude“ zu tragen.

    Das Gedenkzeichen wurde von einem Sponsor finanziert, der im nächsten Frühjahr die Synagoge besuchen wird.

  2. Wie duftet der Schabatt?

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    Eine Gruppe von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die in Krankenhäusern und Altenhilfeeinrichtungen in Eschwege und Witzenhausen Patientinnen und Patienten unterstützen und begleiten, gönnte sich ein Kontrastprogramm und besuchte unter Leitung von Klinikpfarrerin Gudrun Kühnemuth den Lern- und Gedenkort in der Synagoge Abterode. Ihren Namen verdanken die „Grünen Damen“ (und inzwischen auch Herren) den grünen Kitteln oder Westen, die sie bei ihrem Einsatz tragen. Die Grünen Damen hören zu, begleiten zu Untersuchungen oder Spaziergängen und helfen bei kleinen Erledigungen. Der Dienst erfolgt auf freiwilliger Basis und ist geprägt von christlicher Nächstenliebe, Verschwiegenheit und einem respektvollen, unterstützenden Umgang mit hilfebedürftigen Menschen.

    Martin Arnold informierte über die Geschichte jüdischen Lebens in Abterode, über die Baugeschichte der Synagoge und über die Arbeit der „Freundinnen und Freunde jüdischen Lebens im Werra-Meißner-Kreis“. Am Ende schnupperten alle an einem Besamim-Gefäß. Es wird am Samstagabend entsprechend der jüdischen Tradition während der Hawdala-Zeremonie benutzt, wenn der Sabbat endet. In ihr befinden sich Gewürze (häufig Nelken, Zimt, Muskat, Myrte oder Orangenschalen), deren Duft beim Riechen Trost spenden und den Übertritt in die Alltagswoche erleichtern soll. Die Verwendung der wohlriechenden Gewürze soll helfen, die Trauer über das Ende des Sabbats zu lindern und positive Erinnerungen an den Feiertag in die kommende Woche mitzunehmen.

    #gruenedamen #jewishlife #werrameissnerkreis #besamim

  3. Gemeinsamer Einsatz für historisches Erbe

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    In Harmuthsachsen waren beim „Tag des offenen Denkmals“ gleich zwei benachbarte Denkmale geöffnet, die Evangelische Kirche und die ehemalige Synagoge. Beide hatten sich zusammengetan, um den Tag gemeinsam zu gestalten. Neben der Kirchengemeinde und den „Freundinnen und Freunden jüdischen Lebens“ wirkte auch der Heimatverein Harmuthsachsen mit.

    Der Tag begann mit einem Gottesdienst in der Kirche, der von Pfarrerin Ursula Breul und Ludger Arnold gemeinsam gestaltet wurde. Dabei wurde besonders an Torsten Mengel gedacht, der kurz zuvor plötzlich verstorben war. Torsten Mengel war eine Persönlichkeit, die sich sehr eingebracht hat in das Leben des Dorfes und dessen Tod den Tag für die Dorfgemeinschaft überschattete. Die Gottesdienstgemeinde zog anschließend weiter zum Backhaus vor der Kirche und dann weiter zur Synagoge, wo der Gottesdienst mit dem Segen seinen Abschluss fand.

    In der Synagoge begrüßte Luder Arnold im Namen der „Freundinnen und Freunde jüdischen Lebens“ die zahlreichen Besucherinnen und Besucher, unter anderem auch den Bürgermeister der Stadt Waldkappel Frank Koch. Arnold erläuterte den aktuellen Stand bei der Erhaltung des jüdischen Ensembles in Harmuthsachsen. Besonders freute er sich, dass nun auch die Ausstellung „Bauliche Spuren jüdischen Lebens in Harmuthsachsen“ in der Synagoge zu sehen ist. Sie informiert über die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Harmuthsachsen, vor allem auch der Synagoge. Georgios Varelis, Dozent am Fachbereich Architektur und Entwerfen der Universität Kassel, erläuterte, wie die Ausstellung entstanden ist. Mit einem Praxisprojekt haben Studierende den Verein der Freundinnen und Freunde unterstützt und dabei ihre fachlichen Kenntnisse eingesetzt und erweitert. Rolf Hocke, der ehemalige Pfarrer von Waldkappel und Harmuthsachsen, informierte über das Gedenkbuch für die Harmuthsächser Opfer der Schoa, das er demnächst in einer Neubearbeitung vorlegen wird. Gemeinsam mit der Organistin Beate Stahlhut sang er Lieder des jüdischen Musikers Joseph Jacobsen (1897-1943).

    Im Laufe des Tages kamen viele Besucherinnen und Besucher in die Synagoge und in die Kirche. Man konnte die neue Ausstellung studieren und mit den Verantwortlichen ins Gespräch kommen. Auch das „Kirchencafe“, in dem man sich mit Kaffee und Kuchen stärken konnte, wurde gut angenommen. Die Kirchenführungen durch Andre Urbach-Range fanden großes Interesse. Schließlich kam auch noch eine große Gruppe von Radfahrerinnen und Radfahrern aus Hessisch Lichtenau nach Harmuthsachsen, um beide Denkmale kennen zu lernen.

  4. Zwei neue Mitglieder verstärken den Vorstand

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    Friedhelm Junghans trägt den Kassenbericht vor

    Bericht des Vorstands zur MV 03.09.25

    Veranstaltungen 2024-25

    Die Freundinnen und Freunde jüdischen Lebens im Werra-Meißner-Kreis engagieren sich nicht nur bei Gedenkveranstaltungen, im Bildungsbereich und in der Begleitung von Nachfahren jüdischer Familien aus der Region. Mit dem Erwerb der Synagoge Harmuthsachsen hat der Verein auch die Verantwortung für ein großes Bauprojekt übernommen. Deshalb wählte die Mitgliederversammlung des Vereins nicht nur die bisherigen neun Mitglieder wieder. Zwei weitere Mitglieder werden den Vorstand künftig verstärken: Ana Koch aus Harmuthsachsen und Daniela Rosenbaum aus Sontra.

    Rabbi Prof. Joseph Edelheit, der online aus Rio de Janeiro zugeschaltet war, dankte dem Verein für seine Bemühungen für die Erhaltung der Spuren jüdischen Lebens in der Region. Der Vorstand konnte berichten, dass der Verein inzwischen 153 Mitglieder hat. Während der Versammlung wurden zwei Personen neu in den Verein aufgenommen. Kassenwart Friedhelm Junghans rief dazu auf, den Verein weiterhin mit Spenden zu unterstützen: „Gerade die Baumaßnahmen in Harmuthsachsen haben unsere Kasse sehr strapaziert.“ Er dankte aber auch den zahlreichen Spenderinnen und Spendern, ohne die solch ein großes Projekt nicht zu verwirklichen sei.

    Adolf Fritz leitete die Neuwahl des Vorstands

    Ludger Arnold berichtet von einer Gedenkveranstaltung in Sontra

  5. Inspiration zur Menschlichkeit

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    In Sontra wurden von dem Künstler Gunter Demnig weitere zehn „Stolpersteine“ für Mitglieder der jüdischen Familien Heilbrunn und Rothschild verlegt. Dazu waren insgesamt 19 Nachfahren aus Israel, den USA und Australien angereist. Sie waren sehr berührt, vor den Wohnhäusern ihrer Vorfahren zu stehen. Schülerinnen und Schüler der Adam-von-Trott-Schule in Sontra erinnerten an die Lebenswege der Menschen, für die „Stolpersteine“ verlegt wurden. Brian Luber, dessen Mutter Gretl Rothschild in der Sontraer Niederstadt 22 geboren war, rief den Schülerinnen und Schülern zu: „Ihr seid die Zukunft. Lasst euch durch die Stolpersteine zur Menschlichkeit inspirieren.“ Die Veranstaltung war vor allem durch Ludger Arnold, Lea Schellhaase und Hans Isenberg vorbereitet worden. „Dass wir heute hier zusammenkommen, zeigt, dass Verständigung über die Gräben der Geschichte hinweg möglich ist“, sagte Ludger Arnold. Vertreter der Familien Heilbrunn und Rothschild rezitierten das „Kaddisch“, ein jüdisches Gebet für Verstorbene. Die etwa 60 Anwesenden sangen mit Begleitung des Schul-Posaunenchores Dietrich Bonhoeffers Lied „Von guten Mächten wunderbar geborgen.“ Die Stolperstein-Verlegung war Teil eines umfangreichen Besuchsprogramms, zu dem auch Begegnungen in der Schule, Besuche auf jüdischen Friedhöfen und ein Besuch der Synagoge Harmuthsachsen gehören.

    #sontra #werrameissnerkreis #jüdischesleben #jewishlife #remember

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