Archiv: Okt. 2025

  1. Jüdische Kultur am Beruflichen Gymnasiums Eschwege

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    Roman Salyutov (rechts) mit Jochen Leyhe und Shulamit Jakobi

    „Es gibt keine jüdische Kultur im Werra-Meißner-Kreis“, sagte Dr. Martin Arnold gleich zu Beginn einer Veranstaltung über „Jüdische Kultur in Deutschland und Europa“. Er bezog sich dabei auf die Tatsache, dass die ehemals 14 jüdischen Gemeinden in der Region in der Zeit des Nationalsozialismus alle ausgelöscht wurden. Jetzt waren jedoch zwei jüdische Künstler zu Besuch am Beruflichen Gymnasium Eschwege: Die Schauspielerin und Regisseurin Shulamit Jakobi und der Pianist und Dirigent Roman Salyutov. Beide folgten einer Einladung der Freundinnen und Freunde jüdischen Lebens im Werra-Meißner-Kreis. Sie informierten die Schülerinnen und Schüler der 11. Klassen über ihre künstlerische Arbeit, über jüdische Identität, über säkulares Judentum und jüdische Frömmigkeit. Im Gespräch wurde deutlich, dass das Wissen über jüdisches Leben heute sehr gering ist, da es kaum Begegnungen gibt. Leider fühlen sich auch wieder viele Jüdinnen und Juden als bedrohte Minderheit. „Jüdisches Leben gehört aber zu unserer Gesellschaft“, so Arnold, „und es wird in Zukunft hoffentlich vielfältig unser Leben mitgestalten und bereichern.“

    Etwa 80 Schülerinnen und Schüler nahmen an der Veranstaltung teil

  2. Berührt von den Spuren der Vorfahren

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    Hier ist also der Großvater zur Schule gegangen

    Debbie und Rick Heilbrunn leben in Philadelphia (USA). Nach vielen Jahrzehnten haben sie sich erstmals entschlossen, in Deutschland nach den Spuren ihrer jüdischen Vorfahren zu suchen. Wichtige Brückenbauer waren dabei Prof. Dr. Barbara Reichle und ihr Mann, die sie bereits im Studium in den 1970iger Jahren in den USA kennen lernten und mit denen sie seither eine Freundschaft verbindet. Die Freundinnen und Freunde jüdischen Lebens unterstützen und begleiteten das Ehepaar bei seiner Spurensuche. Zunächst besuchten sie die Gräber ihrer Vorfahren auf dem alten jüdischen Friedhof in Sontra. Weiter führte sie ihre Suche zur ehemaligen jüdischen Schule, zur Synagoge und zum Wohnhaus ihres Großvaters, der Viehhändler in Sontra war und dort mit seiner Familie in der Nähe des Bahnhofs lebte. Aufmerksam entdeckten sie die „Stolpersteine“, die in der Niederstadt an die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus erinnern. Die Sontraer Standesbeamtin Astrid Vogel zeigte den Besuchern die Einträge der Familie in den Standesamtsregistern. Sogar Bürgermeister Thomas Eckart nahm sich Zeit, um die Gäste im Rathaus zu begrüßen. Bei Besuchen in Wichmannshausen, Reichensachsen, in Abterode und Harmuthsachsen konnten Hans Isenberg und Dr. Martin Arnold viele Hinweise geben zum jüdischen Leben in der Region. Voller Eindrücke und mit großem Dank werden sie nun ihre Spurensuche in Münster fortsetzen.

    Debbie Heilbrunn links neben Bürgermeister Eckart, links Ehepaar Reichle / Schmidt, rechts Hans Isenberg und Rick Heilbrunn

    Aufmerksam studierten die Gäste die Namen auf den „Stolpersteinen“

  3. Voneinander lernen und gegenseitig ermutigen

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    Gäste aus Vöhl, Bad Wildungen und Volkmarsen konnten die „Freundinnen und Freunde jüdischen Lebens im Werra-Meißner-Kreis“ begrüßen. Seit zwei Jahren gibt es das „Netzwerk Jüdisches Leben in Nord- und Osthessen“, in dem sich Gedenkorte, Museen und Initiativen zur jüdischen Geschichte untereinander austauschen. Jetzt kamen sie zu einem weiteren Treffen in Harmuthsachsen und Abterode zusammen. Annamaria Zimmer und Martin Arnold informierten zunächst über die Bemühungen zur Erhaltung der Synagoge Harmuthsachsen. Anschließend kam es zu einem Austausch von Erfahrungen und Ideen in der Synagoge Abterode. „Ihr Projekt in Harmuthsachsen macht uns Mut, auch wieder etwas Neues zu wagen“, sagte Karl-Heinz Stadtler vom Förderkreis Synagoge Vöhl. In dem thematischen Austausch ging es unter anderem um Fragen der historischen Recherche, die Mitgestaltung der Gedenkkultur und die Begleitung von Nachfahren jüdischer Familien. Der Austausch soll im nächsten Jahr an anderen Orten fortgesetzt werden.

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