Sei ein Mensch!
Diesen Appell hinterließ die im vergangenen Jahr verstorbene Jüdin und Überlebende des Holocaust der Nachwelt. Exakt an ihrem 104. Geburtstag zeichnete Pfarrer Dr. Daniel Bormuth in der Evangelischen Marienkirche Bad Sooden-Allendorf ihr bewegtes Leben nach. Die Rezitatorin Dorothee Scharff ließ mit vielen Zitaten Margot Friedländer selbst zu Wort kommen. Angefangen von ihrer Kindheit in Berlin (1921-1935) über die Jahre zunehmender Ausgrenzung (1935-1942), ihr Leben im Untergrund (1943/44), ihre Haft im Konzentrationslager Theresienstadt (1944/45) bis zu ihrer Befreiung und Ausreise in die USA (1945/46) erzählte Bormuth ihren Lebensweg nach. Er steht beispielhaft für das Leben vieler Jüdinnen und Juden im Nationalsozialismus. Die Bratschistin Hanna-Maria Bormuth und die Pianistin Elena Kerst vertieften die Worte mit bewegender Musik. „Welch ein Leben!“, resümierte Dr. Martin Arnold, der Vorsitzende der Freundinnen und Freunde jüdischen Lebens im Werra-Meißner-Kreis. „Eine starke Frau, die nicht nur den Holocaust überlebt hat, sondern sich bis ins hohe Alter für Toleranz, Menschenrechte und die Erinnerung an den Holocaust einsetzte. Sie wurde damit zu einem Symbol gegen das Vergessen und für Zivilcourage.“



