Archiv: Dez. 2025

  1. Freundinnen und Freunde jüdischen Lebens erhalten Preis

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    Von links nach rechts: Bernd Helbach, Regine Benzin, Dr. Martin Arnold, Nicolas Benzin und Ludger Arnold

    Die Freundinnen und Freunde jüdischen Lebens im Werra-Meißner-Kreis wurden mit dem Prof. Wilhelm-Kaltenstadler-Preis für interkulturellen Dialog geehrt. Nicolas Benzin, der Präsident des Treuhandvereins der Nicolas-Benzin Stiftung e.V., überreichte die entsprechende Urkunde in der Synagoge Abterode. Der Preis ist mit 1000€ dotiert. Er würdigte die Arbeit des Vereins für die Förderung des interkulturellen Dialogs: „Die Arbeit des Vereins zeigt eindrucksvoll, dass jüdische Kultur über Jahrhunderte hinweg integraler Bestandteil der regionalen Gesellschaft war, mit eigener Fest- und Erinnerungskultur, eigenen Schulen, sozialen Einrichtungen und einem alltäglichen Miteinander mit der Mehrheitsgesellschaft. Durch diese historische Perspektive schafft der Verein Grundlagen für ein respektvolles und aufgeklärtes Zusammenleben heute.“ Dr. Martin Arnold, der Vorsitzende des Vereins, dankte der Nicolas-Benzin-Stiftung für ihre Unterstützung: „Wir sehen in dem Preis eine Würdigung unserer Arbeit und eine Ermutigung, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen.“

    Nicolas Benzin überreicht die Urkunde an Dr. Martin Arnold

  2. Einmalig: Die Abteröder „Mikwe“ ist virtuell wiedererstanden

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    Von links nach rechts: Dr. Martin Arnold, Felix Münch, Friedhelm Junghans und Ludger Arnold

    Die „Mikwe“ ist ein jüdisches Tauchbad, das nicht der äußeren, sondern der inneren Reinigung dient. Schon vor 2000 Jahren besuchten Juden die Mikwe, bevor sie zum Tempel zogen. Heute noch gehen fromme jüdische Männer vor den hohen jüdischen Feiertagen in die Mikwe. Und auch Thora-Schreiber besuchen die Mikwe, bevor sie die heiligen Texte abschreiben. Vor allem jüdische Frauen besuchen die Mikwe vor ihrer Hochzeit, nach einer Geburt oder nach der monatlichen Menstruation und bevor sie wieder mit ihrem Ehemann schlafen.

    In jeder jüdischen Gemeinde gab es deshalb eine Mikwe, auch in Abterode. Doch nach der Vernichtung der jüdischen Gemeinde in der Zeit des Nationalsozialismus wurde auch die Mikwe überflüssig. Sie wurde zunächst als Werkstatt genutzt und schließlich abgerissen. Im Jahr 2023 tauchten überraschend die Baupläne der Abteröder Mikwe aus dem Jahr 1890 auf. Auf der Grundlage dieser Pläne konnte sie nun virtuell rekonstruiert werden. Mit einer VR-Brille („virtuell reality“) kann man die Mikwe besichtigen. Es entstand dabei auch ein kleines 3D-Modell des Gebäudes.

    Felix Münch testet die virtuelle Brille

    Die virtuelle Rekonstruktion durch die Agentur Dorfmeyster in Kassel ist technisch sehr aufwändig. Bei der öffentlichen Vorstellung waren die Besucherinnen und Besucher, die zum Teil von weither angereist waren, begeistert: „So etwas haben wir noch nie gesehen.“ Tatsächlich ist diese virtuelle Rekonstruktion einzigartig in ganz Deutschland. Dr. Martin Arnold, der Vorsitzende des Vereins, dankte der Hessischen Landeszentrale für Politische Bildung und zahlreichen Einzelspendern für ihre finanzielle Unterstützung. Felix Münch von der Landeszentrale betonte würdigte die Arbeit des Vereins im Kampf gegen Antisemitismus. Die virtuelle Mikwe sei geeignet, mit modernster Technik Basiswissen über jüdische Kultur und Religion zeitgemäß zu vermitteln.

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