Musik verbindet Menschen
Elena Padva und Attila Günaydin kommen aus ganz unterschiedlichen Kulturen. Sie ist in Kiew (Ukraine) geboren, lebt in Kassel und leitet dort das Sara-Nussbaum-Zentrum für jüdisches Leben. Er ist Musiklehrer mit türkischem Hintergrund und gehört zur alevitischen Gemeinde in Kassel, die sich selbst als Teil der muslimischen Welt sieht. Beide haben sich kennengelernt bei einem sogenannten „Trialog-Tag“. Dies ist eine Veranstaltung, bei der drei Perspektiven miteinander ins Gespräch kommen, zum Beispiel Christen, Juden und Muslime. Sie haben angefangen, zusammen zu musizieren. Daraus entstand „Selam & Schalom“, ein musikalisches Dialogprojekt. In der Synagoge Harmuthsachsen konnte man nun diesen Dialog erleben, in Liedern über Liebe, Heimat und Tod. Elena Padva führte kundig und einfühlsam in die Hintergründe der Lieder ein. Attila Günaydin spielte die Baglava, ein traditionelle Langhalslaute, die im Orient weit verbreitet ist. Sie spielten Lieder aus ihren jeweiligen Traditionen, die oftmals ineinander übergingen und zu einem neuen Ganzen wurden. Jiddisch, türkisch, russisch und deutsch verschmolzen zu einem eindrucksvollen Musikerlebnis. „Genau dafür soll die ehemalige Synagoge in Harmuthsachsen einen Raum bieten“, sagte Martin Arnold von den „Freundinnen und Freunden jüdischen Lebens im Werra-Meißner-Kreis. In diesem Jahr sollen dort noch einige Konzerte stattfinden. Am 8. Mai geht es dort weiter mit Country-Musik von „Gert & Friends“, die den Verein mit einem Benefiz-Konzert unterstützen.

