Nebeneinander, Miteinander, Gegeneinander

Mit dem Verhältnis von Jüdinnen und Juden zur Mehrheitsgesellschaft beschäftigten sich 24 Schülerinnen und Schüler der Johannisbergschule, die im Rahmen des Religions- und Ethikunterrichts mit ihrer Lehrerin Luisa Amlung den Lern- und Gedenkort Synagoge Abterode besuchten. Für die jüdische Minderheit war das Zusammenleben mit Nichtjuden nie unkompliziert. In manchen Zeiten lebte man in einer Art Parallelgesellschaft. Man feierte eigene Gottesdienste und Feste, heiratete nur untereinander und hatte fast nur beruflich mit Nichtjuden Kontakt. Im 19. Jahrhundert konnten Jüdinnen und Juden gleiche Rechte erlangen, fanden Aufnahme in Vereinen und wurden Mitglieder in politischen Gremien. Mit dem Nationalsozialismus wurde diese Entwicklung jedoch durch einen entfesselten Antisemitismus abgelöst. Alle Jüdinnen und Juden wurden vertrieben, deportiert und viele ermordet. Das jüdische Leben in der Region Werra-Meißner wurde ausgelöscht. „Wie konnte es dazu kommen?“, fragten Arnold Baier und Martin Arnold. Eine einfache Antwort gibt es nicht. Die Schulklasse war jedoch sensibilisiert für Ausgrenzung, Rassismus und Antisemitismus. „Es kann wieder passieren. Wir haben Verantwortung, dass es nicht wieder passiert“, so Martin Arnold.

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