Archiv: Mai 2026

  1. Juden und Christen aus Fulda besuchen Synagoge Abterode

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    Die „Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit“ aus Fulda ging auf eine ganztägige Entdeckungsreise. Am Vormittag besuchte sie die liberale Jüdische Gemeinde in Felsberg (Schwalm-Eder-Kreis), am Nachmittag die ehemalige Synagoge in Abterode. Zur Gruppe gehörten auch Mitglieder der jüdischen Gemeinde in Fulda, deren Muttersprache Russisch ist und die erst vor einigen Jahrzehnten nach Deutschland gekommen waren. Dr. Martin Arnold und Arnold Baier informierten über die lange und wechselvolle Geschichte der jüdischen Gemeinde und der Synagoge in Abterode, aber auch über die Arbeit der „Freundinnen und Freunde jüdischen Lebens im Werra-Meißner-Kreis“. Die Gäste waren beeindruckt von den zahlreichen Zeugnissen jüdischen Lebens aus dem 17. und 18. Jahrhundert, als Juden noch keine Bürgerrechte hatten. Auch die Geschichte und Gegenwart des Antisemitismus kam zur Sprache. „Nach jahrhundertelangem Gegeneinander und Nebeneinander brauchen wir jetzt ein von Respekt und Toleranz geprägtes Miteinander“, sagte Martin Arnold. Wolfgang Link dankte im Namen der Fuldaer Gäste für einen interessanten Nachmittag.

  2. Die Synagoge Harmuthsachsen als außerschulischer Lernort

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    Sie studieren Geschichte an der Universität Kassel und möchten Lehrer werden. In diesem Semester gehen sie mit ihrem Dozenten Dr. Luigi de Ambrosia der Frage nach, wie außerschulische Lernorte in den Geschichtsunterricht einbezogen werden können. Ein solcher Lernort ist die ehemalige Synagoge in Harmuthsachsen. Im Rahmen eines siebenstündigen Projekttages lernten die Studierenden die Synagoge, das Dorf und die Geschichte der jüdischen Minderheit im Dorf kennen. Dr. Martin Arnold stellte ihnen dafür geeignete Dokumente vor. Dazu gehört etwa ein Interview mit der in Harmuthsachsen geborenen und aufgewachsenen Rosa Katz. Sie überlebte den Holocaust und konnte nach Israel fliehen. 1979 teilte sie mit Schülerinnen der Waldkappeler Realschule ihre Kindheitserinnerungen. Oder eine „Staatsteuerrolle“ aus Harmuthsachsen, aus der die Einkommen der Harmuthsächser Juden und Nichtjuden zu entnehmen sind. Besonderes Interesse fand auch das neue Gedenkzeichen in der Synagoge für die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus. Wie kann dieses Kunstwerk für den Geschichtsunterricht fruchtbar gemacht werden? Die Seminargruppe reinigte auch sogenannte „Stolpersteine“, die eine andere Form des Gedenkens darstellen. „Das war ein intensiver und spannender Tag“, so Martin Arnold. Am 18. Juni wird die Seminargruppe die Synagoge in Felsberg besuchen, die nun wieder von einer jüdischen Gemeinde als Gotteshaus genutzt wird.

  3. Senioren aus Waldkappel besuchen Synagoge Abterode

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    Einmal im Monat treffen sie sich unter Leitung von Christoph Dahl und Ute Pobering zu besonderen Unternehmungen. Diesmal führte sie der Weg nach Abterode. Dort wollten sie etwas erfahren über die Spuren jüdischen Lebens in der Region. Dr. Martin Arnold informierte über die lange Geschichte der jüdischen Gemeinde in Abterode, die durch den Nationalsozialismus ein gewaltsames Ende fand. Besonderes Interesse fand aber die Geschichte der Juden in dem Waldkappeler Stadtteil Harmuthsachsen. Auch dort hatte sich schon im 17. Jahrhundert eine jüdische Gemeinde gebildet, die sich in der Zeit des Nationalsozialismus auflöste. Die ehemalige Synagoge und mehrere Nebengebäude sind jedoch erhalten. Seit 2023 haben die Freundinnen und Freunde jüdischen Lebens die Synagoge zu einem Kultur- und Begegnungsort umgestaltet. „Wir haben aber noch viel vor“, so Martin Arnold. Es sollen nicht nur die Gebäude erhalten werden. Im ehemaligen Lehrerhaus soll ein Museum für jüdische Regionalgeschichte entstehen. „Das war ein besonderes Erlebnis“, sagte Christoph Dahl, bevor sich die Gruppe auf den weiteren Weg zu Kaffee und Kuchen nach Vierbach aufmachte.

  4. Country Night in der Synagoge Harmuthsachsen

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    Ein Experiment, eine neue Begegnung, solche Klänge hat es an diesem Ort noch nie gegeben.

    Genau darum geht es den Freundinnen und Freunden jüdischen Lebens:

    Die Synagoge wird zum Begegnungsort verschiedener Traditionen und Kulturen.

    Als Gert Neumann das Angebot machte, dass er genau hier mit seiner Band „Gert & Friends“ eine Country Night veranstalten könnte und das auch noch ohne Honorar und als Benefiz-Konzert, um die Arbeit des Vereins zu unterstützen – da war die Freude riesengroß.

    Und so haben sie das Publikum mitgenommen auf eine musikalische Reise durch die amerikanische Songlandschaft und die Geschichte der Country-Music. Gert Neumann moderierte die einzelnen Stücke kenntnisreich und unterhaltsam. Bald war klar: da redet einer, der in die Tradition eingetaucht ist, der diese Musik von innen kennt.

    Thematisch geht es um Liebe, Hoffnung, aber auch um Verlust, um Tod und Jenseits.

    Den Anfang machte der Song „Will the circle be unbroken“, ein Klassiker der Carter-Family, über den Kreis des Lebens, der das Diesseits mit dem Jenseits verbindet. Dann aber auch „Hey good looking“, ein Song von Hank Williams, dem „Hillbilly Shakespeare“, keineswegs sentimental, sondern ein fröhlicher Anmach-Song, der in die Beine geht und ein früher Vorbote des Rock’n Roll ist.

    Es gab Songs, die aus der Gospel-Tradition kommen („I’ll fly away“), Klassiker wie „King oft he Road“, „Teach your Children“ oder „Country Roads“, getragen von perfektem Harmoniegesang und zum Mitsingen und Tanzen verführend. Auch große Hits wie „City of New Orleans“ oder „The night they drove old Dixie down“ standen den Original-Versionen von Arlo Guthrie und von Joan Baez in nichts nach.

    Es spielten und sangen Valeska Neumann (Gesang und Akkordeon) Milena Vaupel-Kenter (Fiddle, Gitarre, Kontrabass, Ukulele-Bass, Gesang), Pascal Zeuch (Keyboards) sowie Gert Neumann, Gitarre und Gesang.

    Die Instrumente harmonierten wunderbar, sie wurden virtuos gespielt und die Songs waren perfekt arrangiert. Pure Club-Atmosphäre, der Funke war schon sehr schnell auf das Publikum übergesprungen, und es wurde zu einem unvergesslichen Abend.

    Man darf gespannt sein auf die nächsten Konzert-Events in der Synagoge.

  5. Hakenkreuze an jüdischem Friedhof

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    Wer begeht eine so schändliche Tat? Das ist kein „Dummer-Jungen-Streich“. Die Polizei ermittelt wegen des „Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen“. Es ist wichtig, dass die Polizei ermittelt. Genauso wichtig ist aber die Bildungsarbeit. Wer den Nationalsozialismus durchschaut und seine Folgen für Juden und andere Minderheiten, aber auch für eine freie Gesellschaft insgesamt vor Augen hat, wird wachsam sein, die Demokratie verteidigen und sich auch den neuen Formen des Antisemitismus entgegenstellen.

    #antisemitismus #witzenhausen #demokratieleben #jüdischesleben #jewishlife #werrameissnerkreis

  6. Große Unterstützung für die Synagoge Harmuthsachsen

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    Von links nach rechts: Georgios Varelis, Barbara Koch, Dr. Martin Arnold, Ruth Lahrmann, Manfred Heiting, Dr. Philipp Kanzow

    Manfred Heiting lebt in Los Angeles. Er hat für große Firmen gearbeitet, ist ein bedeutender Sammler und Förderer der Fotografie. Durch Thomas Wiegand (Kassel) wurde er im Jahr 2024 bei einem Deutschlandbesuch auf die Synagoge Harmuthsachsen aufmerksam und machte dort einen spontanen Besuch. Seit dieser Zeit verfolgt er das Projekt nicht nur mit großem Interesse, er fördert es auch mit enormer Großzügigkeit. Insgesamt 50.000€ hat er zur Verfügung gestellt, um die Synagoge zu erhalten. Ein von der Kasseler Künstlerin Ruth Lahrmann gestaltetes Gedenkzeichen, ein Baldachin aus Davidsternen, der an die Opfer des Holocaust aus Harmuthsachsen erinnert, hat er voll finanziert. Dr. Martin Arnold dankte ihm nun für dieses großartige Engagement. Er informierte auch über die bisherigen Baumaßnahmen und über die künftigen Pläne.

    „Ich möchte meine Bewunderung für Ihr Engagement, Ihre tägliche Arbeit, Ihre Vision für die Synagoge in Harmuthsachsen ausdrücken“, sagte Heiting. „Sie, Ihre Mitglieder, Mitstreiter und der Verein haben ein bemerkenswertes „Projekt“ initiiert – und auf den langen Weg der Vollendung gebracht – der auch ein Leuchtstern in unserer Zeit sein wird.“

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