Die Synagoge Harmuthsachsen als außerschulischer Lernort

Sie studieren Geschichte an der Universität Kassel und möchten Lehrer werden. In diesem Semester gehen sie mit ihrem Dozenten Dr. Luigi de Ambrosia der Frage nach, wie außerschulische Lernorte in den Geschichtsunterricht einbezogen werden können. Ein solcher Lernort ist die ehemalige Synagoge in Harmuthsachsen. Im Rahmen eines siebenstündigen Projekttages lernten die Studierenden die Synagoge, das Dorf und die Geschichte der jüdischen Minderheit im Dorf kennen. Dr. Martin Arnold stellte ihnen dafür geeignete Dokumente vor. Dazu gehört etwa ein Interview mit der in Harmuthsachsen geborenen und aufgewachsenen Rosa Katz. Sie überlebte den Holocaust und konnte nach Israel fliehen. 1979 teilte sie mit Schülerinnen der Waldkappeler Realschule ihre Kindheitserinnerungen. Oder eine „Staatsteuerrolle“ aus Harmuthsachsen, aus der die Einkommen der Harmuthsächser Juden und Nichtjuden zu entnehmen sind. Besonderes Interesse fand auch das neue Gedenkzeichen in der Synagoge für die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus. Wie kann dieses Kunstwerk für den Geschichtsunterricht fruchtbar gemacht werden? Die Seminargruppe reinigte auch sogenannte „Stolpersteine“, die eine andere Form des Gedenkens darstellen. „Das war ein intensiver und spannender Tag“, so Martin Arnold. Am 18. Juni wird die Seminargruppe die Synagoge in Felsberg besuchen, die nun wieder von einer jüdischen Gemeinde als Gotteshaus genutzt wird.