Einer der ältesten jüdischen Friedhöfe in Hessen
Trotz regnerischen Wetters waren 43 Personen zu einer Führung über den jüdischen Friedhof in Wanfried erschienen. „Es ist einer der ältesten Friedhöfe in Hessen“, erläuterte Dr. Martin Arnold von den Freundinnen und Freunden jüdischen Lebens im Werra-Meißner-Kreis. In Wanfried entstand schon um das Jahr 1600 eine jüdische Gemeinde, die zeitweise fast 7% der Wanfrieder Bevölkerung ausmachte. In dieser Zeit wurde auch der Friedhof angelegt, weit abgelegen von der Stadt. Arnold informierte über Besonderheiten der jüdischen Bestattungskultur und ihre Veränderung im 19. Jahrhundert, über Emanzipation, Assimilation und Ausgrenzung. Die letzte Bestattung fand im Jahr 1936 statt. Das jüdische Leben in Wanfried wurde durch den Nationalsozialismus ausgelöscht. „Wir können die Taten früherer Generationen nicht ungeschehen machen“, so Arnold, „doch wir müssen die Erinnerung bewahren und dafür sorgen, dass Ausgrenzung und Diskriminierung nie wieder unser Zusammenleben bestimmen.“
