Klezmer-Feuerwerk in Harmuthsachsen!

In der „wie sonst nur Weihnachten“ gefüllten Evangelischen Kirche zu Harmuthsachsen erlebten die zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörer in einem Konzert der Reihe „Hörmal im Denkmal“ ein wahres Feuerwerk der Emotionen. Das Trio „Helmut Eisel & JEM“ aus dem Saarland spielte sein aktuelles Programm „KlezFire“.

Wie wohl kein anderer setzt sich Helmut Eisel mit seiner „sprechenden Klarinette“ seit nunmehr 40 Jahren für die Verbreitung dieser Musik ein und schafft damit eine lebendige Verbindung mit der Kultur, die einst in Europa weit verbreitet war.

So wurde das Geschehen einer traditionellen jüdischen Hochzeit dargestellt, schnelle und langsame Tänze wechselten sich mit der feierlichen Prozession der Festgesellschaft ab. Es gab Stücke für den Frieden, die Schönheit der anwesenden Frauen, feurige Lebensfreude in den „Freilachs“ und sehr intime Schilderungen von Freunden und Familienangehörigen.

Die in allen Tonlagen und Stimmungen flüsternde oder bis ins Mark dringende Klarinette wurde gestützt von Stefan Engelmanns groovendem Kontrabass und reflektiert von Juan Pablo Gonzáles Tobóns temperamentvollem Gitarrenspiel.

Mehr und mehr gerieten die Zuhörer in den Bann dieser ausdrucksstarken Musik, und nur die Rücksicht die weite Rückfahrt, die zwei der Musiker den Abend noch anzutreten hatten, konnte das Verlangen nach weiteren Zugaben schließlich bremsen.

Ermöglicht wurde den „Freundinnen und Freunden jüdischen Lebens im Werra-Meißner-Kreis“ dieses Konzert durch die großzügige Unterstützung der Sparkassen Kulturstiftung Hessen-Thüringen.

Nach dem Konzert in der Kirche stimmte Helmut Eisel zum Abschluss des Abends in der Synagoge noch ein Abendgebet an.

Andreas Höch