Aktuelles

  1. Ein Apfelbäumchen am Platz der ehemaligen Synagoge in Witzenhausen

    Diesen Apfel züchtete der katholische Pfarrer Korbinian Aigner während seiner Haft im KZ Dachau heimlich zwischen den Baracken. 120 Sämlinge konnte er herausschmuggeln.
    Nun haben wir einen „Korbiniansapfel“ am Platz der ehemaligen Synagoge in Witzenhausen gepflanzt.. Dort ging die Synagoge nach dem Pogrom im November 1938 in Flammen auf.

    Der Korbiniansapfel: Gemalt von Korbinian Aignet

    Wegen der Corona-Pandemie fand das „Angießen“ des neugepflanzten Apfelbäumchens nur im kleinen Kreis und unter Einhaltung von Schutzregeln statt. Martin Arnold, der Vorsitzende des Vereins der Freundinnen und Freunde jüdischen Lebens im Werra-Meißner-Kreis, konnte dazu vom Klinikum Werra-Meißner, auf deren Betriebsgelände das Apfelbäumchen gepflanzt wurde, den Aufsichtsratsvorsitzenden Stefan Reuß, Verwaltungsdirektor Michael Rimbach, Geschäftsführer Christoph Maier und den Betriebsratsvorsitzenden Matthias Vollmer begrüßen. Gespendet wurde das Apfelbäumchen von Susanne Böhringer, Pfarrerin für Meditation und geistliches Leben im Kloster Germerode. Erfreut über die Aktion zeigten sich auch der Witzenhäuser Bürgermeister Daniel Herz und der Präses des Evangelischen Kirchenkreises Ludger Arnold.

    Dr. Martin Arnold, Ludger Arnold und Susanne Böhringer beim „Angießen“ am 13. Mai 2020 in Witzenhausen


    Martin Arnold erinnerte an ein Gedicht des jüdischen Religionswissenschaftlers Schalom ben Chorin: „Freunde, dass der Mandelzweig / wieder blüht und treibt, ist das nicht ein Fingerzeig, dass die Liebe bleibt? Dass das Leben nicht verging, so viel Blut auch schreit, achtet dieses nicht gering, in der trübsten Zeit.“

  2. Themenheft zur jüdischen Regionalgeschichte

    Viele neue Entdeckungen zur Geschichte der jüdischen Gemeinden in der Region Werra-Meißner werden in der neuesten Ausgabe der „Eschweger Geschichtsblätter“ veröffentlicht. Sie ist ab sofort für 15€ in der Buchhandlung Heinemann in Eschwege und im Buchhandel (ISSN 2197-6163) erhältlich. In diesem Themenheft sind nicht nur fünf Vorträge dokumentiert, die im Jahr 2019 in einer Reihe „Spuren jüdischen Lebens entdecken in der Region Werra-Meißner“ gehalten wurden. Darüber hinaus enthält das Heft auch einen Beitrag von Prof. Dr. Andreas Lehnardt von der Universität Mainz über ein wieder aufgefundenes Depot von Schriften und Gegenständen aus der ehemaligen Synagoge Abterode, das dort erstmals im Einzelnen beschrieben wird. Viele neue Erkenntnisse enthalten auch die Beiträge von Hans Isenberg über die öffentliche israelitische Schule in Reichensachsen, von Thomas Beck über die Jüdin Margot Mezger geb. Löwenstein aus Datterode und von Rolf Hocke über jüdische Gebetbücher aus Harmuthsachsen.

  3. Apfelbäumchen reist nach Witzenhausen

    Ein Apfelbäumchen wird morgen am Ort der ehemaligen Synagoge in Witzenhausen eingepflanzt. Pfarrer Korbinian Aigner züchtete diese Sorte während seiner Gefangenschaft im KZ Dachau und konnte sie aus dem Lager schmuggeln.

  4. Fest der Befreiung: Ab dem 8. April feiern Juden das Pessach-Fest

    Gedeckter Tisch zum Pessach-Fest

    Ab dem 8. April feiern Jüdinnen und Juden auf der ganzen Welt acht Tage lang das Pessach-Fest und erinnern damit an den Auszug des israelischen Volks aus Ägypten. In der Liturgie führt das Fest darum auch den Namen „seman cheruténu“, das „Fest unserer Befreiung“. Während der Pessachtage isst man kein gesäuertes Brot, sondern Matzen – dünne Brotfladen aus Weizen, manchmal auch Roggen, Gerste, Hafer oder Dinkel. Am „Sederabend“ wird mit den Matzen an die Befreiung aus Ägypten erinnert: „Dies ist das Brot des Elends, das unsere Väter aßen im Lande Ägypten. Jeder, der Hunger hat, komme und esse; jeder Bedürftige komme und feiere Passa! Jetzt hier, das nächste Jahr im Lande Israel! Jetzt als Knechte, das nächste Jahr als freie Leute!“

    In diesem Jahr ist es wegen der Corona-Pandemie leider nicht möglich, Pessach mit einem Gemeindegottesdienst zu feiern. Wie sich die Pandemie auf das jüdische Gemeindeleben auswirkt, beschreibt Ilana Katz, Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Kassel, in einem Interview: http://sara-nussbaum-zentrum.de/iv-ilana-katz-corona-krise/.

    Trotz der schwierigen Umstände der Corona-Pandemie wünschen wir allen „chag sameach“ – ein frohes und schönes Fest!
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  5. Auschwitz ist immer noch ganz nah

    Unsere Veranstaltung zum Holocaust-Gedenktag am 27. Januar erfuhr überwältigende Resonanz: Viele Menschen kamen in die ehemalige Synagoge in Abterode, um der Opfer des Nationalsozialismus aus der Region zu gedenken. Unser Dank gilt den Vortragenden Anna-Maria Zimmer, York-Egbert König sowie den Schülern Simon, Daniel, Paula und Nelly von der Anne-Frank-Schule in Eschwege.

    Lesen Sie hier den entsprechenden Bericht von Kristin Weber in der Werra-Rundschau:

    WR 29.01.20

     

  6. Spuren jüdischen Lebens in Sontra entdecken

    Am Samstag, dem 1. Februar 2020 findet in Sontra eine weitere Veranstaltung in der Reihe „Spuren jüdischen Lebens in der Region Werra-Meißner entdecken“ statt. Sie beginnt um 16.30 Uhr im „Blickpunkt“ der Bürgerhilfe Sontra, Niederstadt 42 (Parkplätze befinden sich vor den Geschäften „Hinter der Mauer“). Sowohl Landrat Stefan Reuß als auch Bürgermeister Thomas Eckardt werden ein Grußwort sprechen. Historische Anmerkungen zur Geschichte jüdischer Menschen in Sontra wird Ludger Arnold beitragen. Musikalisch mitgestaltet wird der Abend durch Nancy Heldmann von der Adam-von-Trott-Schule und Pfarrer Axel Aschenbrenner. Für einen Imbiss mit jüdischen Speisten sorgen auch diesmal wieder die Food-Journalistin Sabine Knappe und Andrea Röth vom diakonischen Verein „Aufwind“.

    Im Januar 2019 begann unter der Schirmherrschaft von Landrat Stefan Reuß die Veranstaltungsreihe zum „Jüdischem Leben in der Region Werra-Meißner“. Die Auftaktveranstaltung fand in der ehemaligen Synagoge in Eschwege auf dem Schulberg statt. Ein Arbeitskreis unter Leitung von Dr. Martin Arnold erinnert mit dieser Veranstaltungsreihe an verschiedenen Orten an die lange Geschichte jüdischen Lebens in unserer Region, jeweils mit historischen Informationen, aber auch Musik und einem Imbiss mit jüdischen Spezialitäten.

    Ein besonderer Höhepunkt war dabei am 2. November 2019 die von vielen Menschen besuchte Feier zur Eröffnung des Lern- und Gedenkortes in der ehemaligen Synagoge in Abte-rode. Aus dem Arbeitskreis ist inzwischen der „Verein der Freundinnen und Freunde jüdischen Lebens in der Region Werra-Meißner“ geworden, der die Aktivitäten fortsetzen wird.

  7. Gedenken an die Vernichtung der Juden aus der Region Werra-Meißner

    Informations- und Gedenkveranstaltung in der ehemaligen Synagoge in Abterode am 27. Januar

    Die Freundinnen und Freunde jüdischen Lebens laden anlässlich des Holocaust-Gedenktages am Montag, 27. Januar, zu einer besonderen Veranstaltung ein. Um 19.00 Uhr wird in der Synagoge Abterode, Vorderweg 1, über die Deportation und Vernichtung der Juden aus der Region Werra-Meißner informiert. Der Historiker York-Egbert König zeigt und erläutert Fotografien von Menschen aus der Region, die Opfer des Holocaust wurden. Unterstützt wird er dabei von Schülerinnen und Schülern der Anne-Frank-Schule Eschwege. Martin von Frommannshausen wird das „Kaddisch“ singen, ein jüdisches Gebet. Anna Maria Zimmer zeichnet nach, wie die Vernichtung organisiert war und wie sie von Entkommenen erlebt wurde.

    Kofferdenkmal Eschwege Bahnhof

     

  8. Jüdisches Leben in der Region entdecken

    Schulleiterinnen und Schulleiter besuchten den Lern- und Gedenkort Synagoge Abterode

    Im Rahmen einer Schulleiterdienstversammlung besuchten etwa 35 Mitglieder der Schulleitungen im Werra-Meißner-Kreis den zentralen Lern- und Gedenkort für jüdisches Leben in der Region Werra-Meißner. Dr. Martin Arnold, Vorsitzender des Vereins der Freundinnen und Freunde jüdischen Lebens in der Region, begrüßte die Besucherinnen und Besucher. „Das riesige, sich über Jahrhunderte erstreckende Erbe jüdischen Lebens in unserer Region darf nicht in Vergessenheit geraten“, so Arnold. „Gerade die Schülerinnen und Schüler, auch Konfirmandengruppen, sollten Möglichkeiten finden, es zu entdecken.“ Die Pädagogen Arnold Baier und Ludger Arnold vermittelten einen ersten Eindruck, was es in der Synagoge Abterode zu entdecken gibt. „Tablets, Großbildschirm, gutes WLAN, wir setzen vor allem auf die neuen technischen Möglichkeiten“, sagte Arnold Baier. Dabei gibt es auch interessante Gegenstände zu bestaunen, eine hebräische Schriftrolle des biblischen Buches Esther etwa oder einen Thora-Wimpel aus dem Jahr 1775. Ludger Arnold rief die Lehrerinnen und Lehrer aus der Region auf, sich aktiv an der Gestaltung des Lern- und Gedenkortes zu beteiligen: „Nutzen Sie die Informationen aus Eschwege, Witzenhausen, Harmuthsachsen, Herleshausen und vielen anderen Orten jüdischen Lebens für Ihren Unterricht.“ Einzelne Fachkonferenzen von Schulen hätten sich bereits angemeldet zu einem Besuch und ihre Mitarbeit angeboten. Schulamtsleiterin Anita Hofmann begrüßte den neuen außerschulischen Lernort und dankte den Initiatoren. Gerade angesichts des wieder aufkeimenden Antisemitismus in der Gesellschaft seien gute Kenntnisse über das Judentum nötiger denn je.

    Am 27. Januar, dem weltweiten Holocaust-Gedenktag, wird in der Synagoge Abterode der Opfer des Holocaust aus der Region Werra-Meißner gedacht.

     

  9. Einblicke in jüdische Regionalgeschichte Synagoge Abterode gibt erstmals eine öffentliche Führung

    Erste öffentliche Führung fand große Resonanz

    Mehr als 35 Personen hatten sich nach Abterode aufgemacht, um in der ehemaligen Synagoge Neues zu erfahren über die jüdische Geschichte, Kultur und Religion in der Region Werra-Meißner. Arnold Baier und Annamaria Zimmer gaben unter anderem Einblicke in die Geschichte des Purim-Festes, in die Praxis der jüdischen Heiratsvermittlung und zeigten die virtuelle Rekonstruktion der zerstörten Eschweger Synagoge. Dabei konnten die großen technischen Möglichkeiten des digitalen Lernortes genutzt werden. Zeitzeugen-Interviews, Hörgeschichten und zahlreiche Fotos vermittelten einen ersten Eindruck von jüdischem Leben in der Region Werra-Meißner. Dekan Dr. Martin Arnold, der Vorsitzende des Vereins der Freundinnen und Freunde jüdischen Lebens, ruft dazu auf, für den Lern- und Gedenkort noch vorhandene Gegenstände, Akten und Bücher aus den jüdischen Gemeinden zur Verfügung zu stellen. „Kann man hier auch jüdische Musik, Trauergesänge und Freudentänze, hören?“, fragte eine Besucherin. Arnold Baier musste zunächst passen: „Eine gute Idee, das sollten wir aufgreifen.“

  10. Riesige Resonanz zur Eröffnung

    Foto: Kristin Weber
    Viele Menschen kamen zur Eröffnung des Lern- und Gedenkortes in der ehemaligen Synagoge Abterode.
    Im Anschluss an die Eröffnung fand in der evangelischen Kirche in Abterode ein Klezmer-Konzert mit der Berliner Band „Aufwind“ statt.

    Der Lern- und Gedenkort in der ehemaligen Synagoge in Abterode konnte die etwa 200 Menschen, die zur Eröffnung gekommen waren nicht fassen. Andrea Röth vom Verein „Aufwind“ und Martin Arnold, Vorsitzender des Vereins der Freundinnen und Freunde jüdischen Lebens in der Region Werra-Meißner, waren von der Resonanz überwältigt. Sie dankten einer großen Zahl von Unterstützern, ohne die das Projekt nicht zu realisieren gewesen wäre. Landrat Stefan Reuß, der das Projekt maßgeblich gefördert hat, betonte die Bedeutung des Projekts angesichts des neu erstarkenden Antisemitismus. Friedhelm Junghans als Bürgermeister der Gemeinde Meißner wird im Vorstand des neuen Projekts mitarbeiten. Ein emotionaler Höhepunkt war das Grußwort von Ruth Bar-Ilan, die aus Israel angereist war. Sie ist die Nachfahrin einer jüdischen Familie aus Eschwege. Auch einige Mitglieder der jüdischen Gemeinde aus dem nicht weit entfernten Felsberg waren angereist, um an der Eröffnung teilzunehmen. Die „Landstreicher“ unter Leitung von Bernd Helbach stimmten die Versammlung mit Klezmer-Musik ein. Arnold Baier zeigte bei einer ersten Führung die Möglichkeiten dieses digitalen Lern- und Gedenkortes auf. Anschließend konnten sich die zahlreichen Gäste bei einem Imbiss mit jüdischen Speisen stärken, den Sabine Knappe und ein Team von „Aufwind“ im Evangelischen Gemeindehaus vorbereitet hatte. Dr. Karl Kollmann hielt einen historischen Vortrag über die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Abterode im 17. und 18. Jahrhundert. Der Schulchor der Anne-Frank-Schule Eschwege zeigte mit seinen Beiträgen, dass auch Schülerinnen und Schüler das Projekt unterstützen. Emotionaler Höhepunkt war dann ein Konzert der Berliner Klezmer-Band „Aufwind“ in der Abteröder Kirche, in dem die Lebensfreude des Judentums auf das Publikum übersprang.

    Film vom medienWERK

    Musik Anfang: Die „Landstreicher“
    Sprecher 1: Dekan Dr. Martin Arnold
    Sprecher 2: Landrat Stefan Reuß
    Sprecher 3: Bürgermeister der Gemeinde Meißner Friedhelm Junghans
    Video: medienWERK

    Foto: Kristin Weber
    Dr. Martin Arnold und Ludger Arnold
    Dekan und Präses der Kreissynode Eschwege engagieren sich für das Projekt

    Foto: Kristin Weber
    Jüdische Gäste
    An der Eröffnung nahmen auch einige Mitglieder der jüdischen Gemeinde aus Felsberg teil.

    Foto: Kristin Weber
    Unterstützer
    Sie unterstützen das Projekt (v.l.n.r.): Matthäus Mihm (ehemaliger Vorstand von „Aufwind“), Landrat Stefan Reuß, Bürgermeister Friedhelm Junghans, Andrea Röth (Vorstand von „Aufwind“) und Dr. Martin Arnold (Dekan des Ev. Kirchenkreises Eschwege).

    Foto: Kristin Weber
    Grußwort von Ruth Bar-Ilan

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