Aktuelles

  1. Ehemalige Eschweger Synagoge nun virtuell begehbar

    Dem Verein der Freundinnen und Freunde jüdischen Lebens im Werra-Meißner-Kreis ist es gelungen, den Innenraum der ehemaligen Eschweger Synagoge auf dem Schulberg neu entstehen zu lassen. Virtuell, mit einer Datenbrille, ist der Raum nun wieder so begehbar, wie er bis zur Zerstörung im Jahr 1938 ausgesehen hat.

    Die Eschweger Synagoge vor der Verwüstung im Jahr 1938

    Mit Hilfe alter Innenaufnahmen und unter Benutzung modernster Technik hat die Kreativagentur Dorfmeyster (Kassel) den Raum virtuell rekonstruiert. Die Maßnahme wurde durch den Verein für Regionalentwicklung mit mehr als 12.000€ gefördert. Auch der Lions-Club Eschwege-Werratal hat das innovative Projekt durch eine Spende in Höhe von 1.500€ unterstützt. Für die noch fehlenden 1.500€ erhofft sich der Verein weitere Spenden oder Unterstützungen.

    Johannes Goetze mit der virtuellen Brille

    „Wir freuen uns, schon bald wieder Menschen im Lern- und Gedenkort Abterode begrüßen zu können“, sagte der Vereinsvorsitzende Dr. Martin Arnold. Ein erster Schritt besteht in einem Angebot für ein bis zwei Familien mit Kindern. Ab dem 1. Juli sind Familien mit Kindern im Alter von vier bis zwölf Jahren eingeladen, jüdisches Leben in der Region zu entdecken. Welche Feste haben die jüdischen Gemeinden gefeiert? Wie sah es in einer Synagoge aus? Was haben die Kinder miteinander gespielt?

    Wegen der Corona-Bedingungen ist eine vorherige Anmeldung erforderlich. Ein Wunschtermin kann mit Dr. Martin Arnold vereinbart werden (Tel. 05651-339281; martin.arnold@posteo.de).

  2. Dem Hass entgegenwirken

    Mit einer Pressemitteilung warnt der Verein vor der Verwendung antisemitischer Klischees in der Kritik an der Politik der Regierung des Staates Israel (Werra-Rundschau 19. Juni 2020):

     

     

  3. Ein Apfelbäumchen am Platz der ehemaligen Synagoge in Witzenhausen

    Diesen Apfel züchtete der katholische Pfarrer Korbinian Aigner während seiner Haft im KZ Dachau heimlich zwischen den Baracken. 120 Sämlinge konnte er herausschmuggeln.
    Nun haben wir einen „Korbiniansapfel“ am Platz der ehemaligen Synagoge in Witzenhausen gepflanzt.. Dort ging die Synagoge nach dem Pogrom im November 1938 in Flammen auf.

    Der Korbiniansapfel: Gemalt von Korbinian Aignet

    Wegen der Corona-Pandemie fand das „Angießen“ des neugepflanzten Apfelbäumchens nur im kleinen Kreis und unter Einhaltung von Schutzregeln statt. Martin Arnold, der Vorsitzende des Vereins der Freundinnen und Freunde jüdischen Lebens im Werra-Meißner-Kreis, konnte dazu vom Klinikum Werra-Meißner, auf deren Betriebsgelände das Apfelbäumchen gepflanzt wurde, den Aufsichtsratsvorsitzenden Stefan Reuß, Verwaltungsdirektor Michael Rimbach, Geschäftsführer Christoph Maier und den Betriebsratsvorsitzenden Matthias Vollmer begrüßen. Gespendet wurde das Apfelbäumchen von Susanne Böhringer, Pfarrerin für Meditation und geistliches Leben im Kloster Germerode. Erfreut über die Aktion zeigten sich auch der Witzenhäuser Bürgermeister Daniel Herz und der Präses des Evangelischen Kirchenkreises Ludger Arnold.

    Dr. Martin Arnold, Ludger Arnold und Susanne Böhringer beim „Angießen“ am 13. Mai 2020 in Witzenhausen


    Martin Arnold erinnerte an ein Gedicht des jüdischen Religionswissenschaftlers Schalom ben Chorin: „Freunde, dass der Mandelzweig / wieder blüht und treibt, ist das nicht ein Fingerzeig, dass die Liebe bleibt? Dass das Leben nicht verging, so viel Blut auch schreit, achtet dieses nicht gering, in der trübsten Zeit.“

  4. Themenheft zur jüdischen Regionalgeschichte

    Viele neue Entdeckungen zur Geschichte der jüdischen Gemeinden in der Region Werra-Meißner werden in der neuesten Ausgabe der „Eschweger Geschichtsblätter“ veröffentlicht. Sie ist ab sofort für 15€ in der Buchhandlung Heinemann in Eschwege und im Buchhandel (ISSN 2197-6163) erhältlich. In diesem Themenheft sind nicht nur fünf Vorträge dokumentiert, die im Jahr 2019 in einer Reihe „Spuren jüdischen Lebens entdecken in der Region Werra-Meißner“ gehalten wurden. Darüber hinaus enthält das Heft auch einen Beitrag von Prof. Dr. Andreas Lehnardt von der Universität Mainz über ein wieder aufgefundenes Depot von Schriften und Gegenständen aus der ehemaligen Synagoge Abterode, das dort erstmals im Einzelnen beschrieben wird. Viele neue Erkenntnisse enthalten auch die Beiträge von Hans Isenberg über die öffentliche israelitische Schule in Reichensachsen, von Thomas Beck über die Jüdin Margot Mezger geb. Löwenstein aus Datterode und von Rolf Hocke über jüdische Gebetbücher aus Harmuthsachsen.

  5. Apfelbäumchen reist nach Witzenhausen

    Ein Apfelbäumchen wird morgen am Ort der ehemaligen Synagoge in Witzenhausen eingepflanzt. Pfarrer Korbinian Aigner züchtete diese Sorte während seiner Gefangenschaft im KZ Dachau und konnte sie aus dem Lager schmuggeln.

  6. Fest der Befreiung: Ab dem 8. April feiern Juden das Pessach-Fest

    Gedeckter Tisch zum Pessach-Fest

    Ab dem 8. April feiern Jüdinnen und Juden auf der ganzen Welt acht Tage lang das Pessach-Fest und erinnern damit an den Auszug des israelischen Volks aus Ägypten. In der Liturgie führt das Fest darum auch den Namen „seman cheruténu“, das „Fest unserer Befreiung“. Während der Pessachtage isst man kein gesäuertes Brot, sondern Matzen – dünne Brotfladen aus Weizen, manchmal auch Roggen, Gerste, Hafer oder Dinkel. Am „Sederabend“ wird mit den Matzen an die Befreiung aus Ägypten erinnert: „Dies ist das Brot des Elends, das unsere Väter aßen im Lande Ägypten. Jeder, der Hunger hat, komme und esse; jeder Bedürftige komme und feiere Passa! Jetzt hier, das nächste Jahr im Lande Israel! Jetzt als Knechte, das nächste Jahr als freie Leute!“

    In diesem Jahr ist es wegen der Corona-Pandemie leider nicht möglich, Pessach mit einem Gemeindegottesdienst zu feiern. Wie sich die Pandemie auf das jüdische Gemeindeleben auswirkt, beschreibt Ilana Katz, Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Kassel, in einem Interview: http://sara-nussbaum-zentrum.de/iv-ilana-katz-corona-krise/.

    Trotz der schwierigen Umstände der Corona-Pandemie wünschen wir allen „chag sameach“ – ein frohes und schönes Fest!
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  7. Auschwitz ist immer noch ganz nah

    Unsere Veranstaltung zum Holocaust-Gedenktag am 27. Januar erfuhr überwältigende Resonanz: Viele Menschen kamen in die ehemalige Synagoge in Abterode, um der Opfer des Nationalsozialismus aus der Region zu gedenken. Unser Dank gilt den Vortragenden Anna-Maria Zimmer, York-Egbert König sowie den Schülern Simon, Daniel, Paula und Nelly von der Anne-Frank-Schule in Eschwege.

    Lesen Sie hier den entsprechenden Bericht von Kristin Weber in der Werra-Rundschau:

    WR 29.01.20

     

  8. Spuren jüdischen Lebens in Sontra entdecken

    Am Samstag, dem 1. Februar 2020 findet in Sontra eine weitere Veranstaltung in der Reihe „Spuren jüdischen Lebens in der Region Werra-Meißner entdecken“ statt. Sie beginnt um 16.30 Uhr im „Blickpunkt“ der Bürgerhilfe Sontra, Niederstadt 42 (Parkplätze befinden sich vor den Geschäften „Hinter der Mauer“). Sowohl Landrat Stefan Reuß als auch Bürgermeister Thomas Eckardt werden ein Grußwort sprechen. Historische Anmerkungen zur Geschichte jüdischer Menschen in Sontra wird Ludger Arnold beitragen. Musikalisch mitgestaltet wird der Abend durch Nancy Heldmann von der Adam-von-Trott-Schule und Pfarrer Axel Aschenbrenner. Für einen Imbiss mit jüdischen Speisten sorgen auch diesmal wieder die Food-Journalistin Sabine Knappe und Andrea Röth vom diakonischen Verein „Aufwind“.

    Im Januar 2019 begann unter der Schirmherrschaft von Landrat Stefan Reuß die Veranstaltungsreihe zum „Jüdischem Leben in der Region Werra-Meißner“. Die Auftaktveranstaltung fand in der ehemaligen Synagoge in Eschwege auf dem Schulberg statt. Ein Arbeitskreis unter Leitung von Dr. Martin Arnold erinnert mit dieser Veranstaltungsreihe an verschiedenen Orten an die lange Geschichte jüdischen Lebens in unserer Region, jeweils mit historischen Informationen, aber auch Musik und einem Imbiss mit jüdischen Spezialitäten.

    Ein besonderer Höhepunkt war dabei am 2. November 2019 die von vielen Menschen besuchte Feier zur Eröffnung des Lern- und Gedenkortes in der ehemaligen Synagoge in Abte-rode. Aus dem Arbeitskreis ist inzwischen der „Verein der Freundinnen und Freunde jüdischen Lebens in der Region Werra-Meißner“ geworden, der die Aktivitäten fortsetzen wird.

  9. Gedenken an die Vernichtung der Juden aus der Region Werra-Meißner

    Informations- und Gedenkveranstaltung in der ehemaligen Synagoge in Abterode am 27. Januar

    Die Freundinnen und Freunde jüdischen Lebens laden anlässlich des Holocaust-Gedenktages am Montag, 27. Januar, zu einer besonderen Veranstaltung ein. Um 19.00 Uhr wird in der Synagoge Abterode, Vorderweg 1, über die Deportation und Vernichtung der Juden aus der Region Werra-Meißner informiert. Der Historiker York-Egbert König zeigt und erläutert Fotografien von Menschen aus der Region, die Opfer des Holocaust wurden. Unterstützt wird er dabei von Schülerinnen und Schülern der Anne-Frank-Schule Eschwege. Martin von Frommannshausen wird das „Kaddisch“ singen, ein jüdisches Gebet. Anna Maria Zimmer zeichnet nach, wie die Vernichtung organisiert war und wie sie von Entkommenen erlebt wurde.

    Kofferdenkmal Eschwege Bahnhof

     

  10. Jüdisches Leben in der Region entdecken

    Schulleiterinnen und Schulleiter besuchten den Lern- und Gedenkort Synagoge Abterode

    Im Rahmen einer Schulleiterdienstversammlung besuchten etwa 35 Mitglieder der Schulleitungen im Werra-Meißner-Kreis den zentralen Lern- und Gedenkort für jüdisches Leben in der Region Werra-Meißner. Dr. Martin Arnold, Vorsitzender des Vereins der Freundinnen und Freunde jüdischen Lebens in der Region, begrüßte die Besucherinnen und Besucher. „Das riesige, sich über Jahrhunderte erstreckende Erbe jüdischen Lebens in unserer Region darf nicht in Vergessenheit geraten“, so Arnold. „Gerade die Schülerinnen und Schüler, auch Konfirmandengruppen, sollten Möglichkeiten finden, es zu entdecken.“ Die Pädagogen Arnold Baier und Ludger Arnold vermittelten einen ersten Eindruck, was es in der Synagoge Abterode zu entdecken gibt. „Tablets, Großbildschirm, gutes WLAN, wir setzen vor allem auf die neuen technischen Möglichkeiten“, sagte Arnold Baier. Dabei gibt es auch interessante Gegenstände zu bestaunen, eine hebräische Schriftrolle des biblischen Buches Esther etwa oder einen Thora-Wimpel aus dem Jahr 1775. Ludger Arnold rief die Lehrerinnen und Lehrer aus der Region auf, sich aktiv an der Gestaltung des Lern- und Gedenkortes zu beteiligen: „Nutzen Sie die Informationen aus Eschwege, Witzenhausen, Harmuthsachsen, Herleshausen und vielen anderen Orten jüdischen Lebens für Ihren Unterricht.“ Einzelne Fachkonferenzen von Schulen hätten sich bereits angemeldet zu einem Besuch und ihre Mitarbeit angeboten. Schulamtsleiterin Anita Hofmann begrüßte den neuen außerschulischen Lernort und dankte den Initiatoren. Gerade angesichts des wieder aufkeimenden Antisemitismus in der Gesellschaft seien gute Kenntnisse über das Judentum nötiger denn je.

    Am 27. Januar, dem weltweiten Holocaust-Gedenktag, wird in der Synagoge Abterode der Opfer des Holocaust aus der Region Werra-Meißner gedacht.

     

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