Author Archives: martin.arnold

  1. Jugendliche arbeiten an der ehemaligen Synagoge in Harmuthsachsen

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    „Man sieht, dass man was Vernünftiges gemacht hat!“, sagte ein Jugendlicher erschöpft, aber zufrieden am Ende des Vormittags. Sechs Jugendliche waren mit ihrem Lehrer Hendrik Vogt  nach Harmuthsachsen gekommen, um dort kräftig mit anzupacken.  Im Rahmen der entstehenden Kooperation zwischen der Anne-Frank-Schule in Eschwege und dem Verein der „Freundinnen und Freunde jüdischen Lebens im Werra-Meißner-Kreis“ bot dieser Arbeitseinsatz den Hauptschülern die Möglichkeit, Geschichtsunterricht einmal anders zu erleben.

    Ludger Arnold, stellvertretender Vorsitzender des Vereins, führte die Gruppe durch die Synagoge, das ehemalige Lehrerhaus und das Vorderhaus, erläuterte die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Harmuthsachsen und gab er einen Ausblick, wie die Gebäude einmal genutzt werden sollen.

    Kraftvoll und mit Elan machten sich die Jugendlichen daran, große herumliegende Sandsteine ordentlich aufzusetzen, Gras zu mähen, eine Hecke zu schneiden und einen wuchernden Efeu deutlich zurückzuschneiden. Daneben wurde auch noch Bauschutt aus dem Vorderhaus entsorgt. Schnell war eine deutliche Veränderung zu sehen! Der Arbeitseinsatz der Jugendlichen half, die nächsten Maschineneinsätze vorzubereiten. Mit kleinen Schritten, aber kontinuierlich geht die Wiederherrichtung des gesamten Komplexes weiter.

    Mit einem kleinen Imbiss endete der Vormittag. „Das hat richtig Spaß gemacht!“, fasste einer der Jungen die Meinung der Gruppe zusammen.

  2. Tanztheater zum Leben Anne Franks in Harmuthsachsen

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    „Das ging unter die Haut“, sagte eine Besucherin nach der Aufführung des Tanztheaters „Laborinth“. Unter dem weit ausladenden Blätterdach der Linden auf dem Dorfanger in Harmuthsachsen hatten sich rund 80 Menschen versammelt, um eine außergewöhnliche Tanzperformance zu erleben. Im Mittelpunkt stand das Schicksal des jungen jüdischen Mädchens Anne Frank – eine Darbietung, die viele Zuschauerinnen und Zuschauer tief berührte und noch lange nachwirken wird.

    Anne Frank, 1929 in Frankfurt am Main geboren, floh 1933 mit ihrer Familie vor der nationalsozialistischen Verfolgung nach Amsterdam. Nach der deutschen Besetzung der Niederlande lebte die Familie ab 1942 im Versteck eines Hinterhauses an der Prinsengracht. Dort entstand ihr weltberühmtes Tagebuch, in dem Anne ihre Gedanken, Ängste, Hoffnungen und Erlebnisse im Untergrund festhielt. Im August 1944 wurde das Versteck entdeckt; die Familie wurde deportiert. Anne Frank starb Anfang 1945 im Alter von nur 15 Jahren im Konzentrationslager Bergen-Belsen. Ihr Tagebuch, nach dem Krieg von ihrem Vater veröffentlicht, wurde zu einem der eindringlichsten Zeugnisse der nationalsozialistischen Judenverfolgung.

    Dieser bewegenden Lebensgeschichte widmete sich das Tanztheater „Laborinth“ in einer ebenso sensiblen wie eindrucksvollen Inszenierung. Jugendliche und Erwachsene hatten das anspruchsvolle Stück gemeinsam unter der Leitung der Tanzpädagogin Christina Aehle entwickelt. „Wir möchten Anne Frank als Menschen zeigen“, erklärte sie. „Uns Heutigen stellt sich die Frage: Was für ein Mensch will ich sein?“

    Mit ausdrucksstarken Choreografien, berührenden Textpassagen, stimmungsvoller Musik, Puppenspiel (Steven Ritz-Barr) und eindrucksvollen Bildsequenzen schuf die Gruppe ein vielschichtiges Gesamtkunstwerk. Besonders die junge Mathilda verlieh der kindlichen Anne Frank eine beeindruckende Präsenz und ließ ihre Lebensfreude, Neugier und Verletzlichkeit auf bewegende Weise sichtbar werden.

    Zum Abschluss dankte Dr. Martin Arnold von den Freundinnen und Freunden jüdischen Lebens der Tanzgruppe für ihren eindrucksvollen Auftritt. Sein Dank galt ebenso dem Heimatverein sowie der Kirchengemeinde Harmuthsachsen, die die Veranstaltung organisatorisch und logistisch unterstützt hatten. So wurde der Dorfanger an diesem Abend zu einem Ort des Erinnerns, des Nachdenkens und der Begegnung.

  3. Weidenhäuser Vereine wanderten zur Synagoge in Abterode

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    Weidenhausen ist ein Nachbarort von Abterode. Mitglieder verschiedener Weidenhäuser Vereine nutzten nun das gute Wetter für eine Wanderung nach Abterode. Die ehemalige Synagoge in Abterode hatte bis dahin noch niemand besucht. „Sie ist auch erst seit 2019 öffentlich zugänglich“, sagte Dr. Martin Arnold, der gemeinsam mit Arnold Baier die Wandergruppe begrüßte. Die Gäste informierten sich über die lange Geschichte jüdischen Lebens in Abterode. „Warum gab es eine jüdische Gemeinde in Abterode, aber nicht in Weidenhausen?“ Die Ansiedlung von Juden wurde im 17. Jahrhundert durch die Landesherrschaft gesteuert, die sogenannte „Schutzbriefe“ nur für einige wenige Orte ausstellte. Die Besuchergruppe war beeindruckt von den Spuren jüdischen Lebens in der ehemaligen Synagoge. Ein besonderes Erlebnis waren die virtuellen Brillen, die Einblicke in die Eschweger Synagoge und die ehemalige Abteröder Mikwe ermöglichen. Die Zeit verging wie im Flug. „Kommen Sie gern wieder“, so Martin Arnold, „es gibt hier noch viel zu entdecken.“

  4. Juden und Christen aus Fulda besuchen Synagoge Abterode

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    Die „Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit“ aus Fulda ging auf eine ganztägige Entdeckungsreise. Am Vormittag besuchte sie die liberale Jüdische Gemeinde in Felsberg (Schwalm-Eder-Kreis), am Nachmittag die ehemalige Synagoge in Abterode. Zur Gruppe gehörten auch Mitglieder der jüdischen Gemeinde in Fulda, deren Muttersprache Russisch ist und die erst vor einigen Jahrzehnten nach Deutschland gekommen waren. Dr. Martin Arnold und Arnold Baier informierten über die lange und wechselvolle Geschichte der jüdischen Gemeinde und der Synagoge in Abterode, aber auch über die Arbeit der „Freundinnen und Freunde jüdischen Lebens im Werra-Meißner-Kreis“. Die Gäste waren beeindruckt von den zahlreichen Zeugnissen jüdischen Lebens aus dem 17. und 18. Jahrhundert, als Juden noch keine Bürgerrechte hatten. Auch die Geschichte und Gegenwart des Antisemitismus kam zur Sprache. „Nach jahrhundertelangem Gegeneinander und Nebeneinander brauchen wir jetzt ein von Respekt und Toleranz geprägtes Miteinander“, sagte Martin Arnold. Wolfgang Link dankte im Namen der Fuldaer Gäste für einen interessanten Nachmittag.

  5. Die Synagoge Harmuthsachsen als außerschulischer Lernort

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    Sie studieren Geschichte an der Universität Kassel und möchten Lehrer werden. In diesem Semester gehen sie mit ihrem Dozenten Dr. Luigi de Ambrosia der Frage nach, wie außerschulische Lernorte in den Geschichtsunterricht einbezogen werden können. Ein solcher Lernort ist die ehemalige Synagoge in Harmuthsachsen. Im Rahmen eines siebenstündigen Projekttages lernten die Studierenden die Synagoge, das Dorf und die Geschichte der jüdischen Minderheit im Dorf kennen. Dr. Martin Arnold stellte ihnen dafür geeignete Dokumente vor. Dazu gehört etwa ein Interview mit der in Harmuthsachsen geborenen und aufgewachsenen Rosa Katz. Sie überlebte den Holocaust und konnte nach Israel fliehen. 1979 teilte sie mit Schülerinnen der Waldkappeler Realschule ihre Kindheitserinnerungen. Oder eine „Staatsteuerrolle“ aus Harmuthsachsen, aus der die Einkommen der Harmuthsächser Juden und Nichtjuden zu entnehmen sind. Besonderes Interesse fand auch das neue Gedenkzeichen in der Synagoge für die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus. Wie kann dieses Kunstwerk für den Geschichtsunterricht fruchtbar gemacht werden? Die Seminargruppe reinigte auch sogenannte „Stolpersteine“, die eine andere Form des Gedenkens darstellen. „Das war ein intensiver und spannender Tag“, so Martin Arnold. Am 18. Juni wird die Seminargruppe die Synagoge in Felsberg besuchen, die nun wieder von einer jüdischen Gemeinde als Gotteshaus genutzt wird.

  6. Senioren aus Waldkappel besuchen Synagoge Abterode

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    Einmal im Monat treffen sie sich unter Leitung von Christoph Dahl und Ute Pobering zu besonderen Unternehmungen. Diesmal führte sie der Weg nach Abterode. Dort wollten sie etwas erfahren über die Spuren jüdischen Lebens in der Region. Dr. Martin Arnold informierte über die lange Geschichte der jüdischen Gemeinde in Abterode, die durch den Nationalsozialismus ein gewaltsames Ende fand. Besonderes Interesse fand aber die Geschichte der Juden in dem Waldkappeler Stadtteil Harmuthsachsen. Auch dort hatte sich schon im 17. Jahrhundert eine jüdische Gemeinde gebildet, die sich in der Zeit des Nationalsozialismus auflöste. Die ehemalige Synagoge und mehrere Nebengebäude sind jedoch erhalten. Seit 2023 haben die Freundinnen und Freunde jüdischen Lebens die Synagoge zu einem Kultur- und Begegnungsort umgestaltet. „Wir haben aber noch viel vor“, so Martin Arnold. Es sollen nicht nur die Gebäude erhalten werden. Im ehemaligen Lehrerhaus soll ein Museum für jüdische Regionalgeschichte entstehen. „Das war ein besonderes Erlebnis“, sagte Christoph Dahl, bevor sich die Gruppe auf den weiteren Weg zu Kaffee und Kuchen nach Vierbach aufmachte.

  7. Country Night in der Synagoge Harmuthsachsen

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    Ein Experiment, eine neue Begegnung, solche Klänge hat es an diesem Ort noch nie gegeben.

    Genau darum geht es den Freundinnen und Freunden jüdischen Lebens:

    Die Synagoge wird zum Begegnungsort verschiedener Traditionen und Kulturen.

    Als Gert Neumann das Angebot machte, dass er genau hier mit seiner Band „Gert & Friends“ eine Country Night veranstalten könnte und das auch noch ohne Honorar und als Benefiz-Konzert, um die Arbeit des Vereins zu unterstützen – da war die Freude riesengroß.

    Und so haben sie das Publikum mitgenommen auf eine musikalische Reise durch die amerikanische Songlandschaft und die Geschichte der Country-Music. Gert Neumann moderierte die einzelnen Stücke kenntnisreich und unterhaltsam. Bald war klar: da redet einer, der in die Tradition eingetaucht ist, der diese Musik von innen kennt.

    Thematisch geht es um Liebe, Hoffnung, aber auch um Verlust, um Tod und Jenseits.

    Den Anfang machte der Song „Will the circle be unbroken“, ein Klassiker der Carter-Family, über den Kreis des Lebens, der das Diesseits mit dem Jenseits verbindet. Dann aber auch „Hey good looking“, ein Song von Hank Williams, dem „Hillbilly Shakespeare“, keineswegs sentimental, sondern ein fröhlicher Anmach-Song, der in die Beine geht und ein früher Vorbote des Rock’n Roll ist.

    Es gab Songs, die aus der Gospel-Tradition kommen („I’ll fly away“), Klassiker wie „King oft he Road“, „Teach your Children“ oder „Country Roads“, getragen von perfektem Harmoniegesang und zum Mitsingen und Tanzen verführend. Auch große Hits wie „City of New Orleans“ oder „The night they drove old Dixie down“ standen den Original-Versionen von Arlo Guthrie und von Joan Baez in nichts nach.

    Es spielten und sangen Valeska Neumann (Gesang und Akkordeon) Milena Vaupel-Kenter (Fiddle, Gitarre, Kontrabass, Ukulele-Bass, Gesang), Pascal Zeuch (Keyboards) sowie Gert Neumann, Gitarre und Gesang.

    Die Instrumente harmonierten wunderbar, sie wurden virtuos gespielt und die Songs waren perfekt arrangiert. Pure Club-Atmosphäre, der Funke war schon sehr schnell auf das Publikum übergesprungen, und es wurde zu einem unvergesslichen Abend.

    Man darf gespannt sein auf die nächsten Konzert-Events in der Synagoge.

  8. Hakenkreuze an jüdischem Friedhof

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    Wer begeht eine so schändliche Tat? Das ist kein „Dummer-Jungen-Streich“. Die Polizei ermittelt wegen des „Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen“. Es ist wichtig, dass die Polizei ermittelt. Genauso wichtig ist aber die Bildungsarbeit. Wer den Nationalsozialismus durchschaut und seine Folgen für Juden und andere Minderheiten, aber auch für eine freie Gesellschaft insgesamt vor Augen hat, wird wachsam sein, die Demokratie verteidigen und sich auch den neuen Formen des Antisemitismus entgegenstellen.

    #antisemitismus #witzenhausen #demokratieleben #jüdischesleben #jewishlife #werrameissnerkreis

  9. Große Unterstützung für die Synagoge Harmuthsachsen

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    Von links nach rechts: Georgios Varelis, Barbara Koch, Dr. Martin Arnold, Ruth Lahrmann, Manfred Heiting, Dr. Philipp Kanzow

    Manfred Heiting lebt in Los Angeles. Er hat für große Firmen gearbeitet, ist ein bedeutender Sammler und Förderer der Fotografie. Durch Thomas Wiegand (Kassel) wurde er im Jahr 2024 bei einem Deutschlandbesuch auf die Synagoge Harmuthsachsen aufmerksam und machte dort einen spontanen Besuch. Seit dieser Zeit verfolgt er das Projekt nicht nur mit großem Interesse, er fördert es auch mit enormer Großzügigkeit. Insgesamt 50.000€ hat er zur Verfügung gestellt, um die Synagoge zu erhalten. Ein von der Kasseler Künstlerin Ruth Lahrmann gestaltetes Gedenkzeichen, ein Baldachin aus Davidsternen, der an die Opfer des Holocaust aus Harmuthsachsen erinnert, hat er voll finanziert. Dr. Martin Arnold dankte ihm nun für dieses großartige Engagement. Er informierte auch über die bisherigen Baumaßnahmen und über die künftigen Pläne.

    „Ich möchte meine Bewunderung für Ihr Engagement, Ihre tägliche Arbeit, Ihre Vision für die Synagoge in Harmuthsachsen ausdrücken“, sagte Heiting. „Sie, Ihre Mitglieder, Mitstreiter und der Verein haben ein bemerkenswertes „Projekt“ initiiert – und auf den langen Weg der Vollendung gebracht – der auch ein Leuchtstern in unserer Zeit sein wird.“

  10. Nebeneinander, Miteinander, Gegeneinander

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    Mit dem Verhältnis von Jüdinnen und Juden zur Mehrheitsgesellschaft beschäftigten sich 24 Schülerinnen und Schüler der Johannisbergschule, die im Rahmen des Religions- und Ethikunterrichts mit ihrer Lehrerin Luisa Amlung den Lern- und Gedenkort Synagoge Abterode besuchten. Für die jüdische Minderheit war das Zusammenleben mit Nichtjuden nie unkompliziert. In manchen Zeiten lebte man in einer Art Parallelgesellschaft. Man feierte eigene Gottesdienste und Feste, heiratete nur untereinander und hatte fast nur beruflich mit Nichtjuden Kontakt. Im 19. Jahrhundert konnten Jüdinnen und Juden gleiche Rechte erlangen, fanden Aufnahme in Vereinen und wurden Mitglieder in politischen Gremien. Mit dem Nationalsozialismus wurde diese Entwicklung jedoch durch einen entfesselten Antisemitismus abgelöst. Alle Jüdinnen und Juden wurden vertrieben, deportiert und viele ermordet. Das jüdische Leben in der Region Werra-Meißner wurde ausgelöscht. „Wie konnte es dazu kommen?“, fragten Arnold Baier und Martin Arnold. Eine einfache Antwort gibt es nicht. Die Schulklasse war jedoch sensibilisiert für Ausgrenzung, Rassismus und Antisemitismus. „Es kann wieder passieren. Wir haben Verantwortung, dass es nicht wieder passiert“, so Martin Arnold.

    #werrameissnerkreis #juedischesleben #jewishlife #witzenhausen #antisemitismus

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